Veröffentlicht am Do., 23. Jan. 2020 17:00 Uhr

Die Evangelische Jugend in Reinickendorf bietet vom 5. bis 14. Juli 2020 eine Jugend-Sommer-Reise nach Schweden an. Jugendliche ab 13 Jahren erleben bei dieser zehntägiegen Camp- und Paddel-Tour Abenteuer, Natur und Gemeinschaft. Das Reiseziel ist Småland in Südschweden. Die Unterkunft erfolgt in Gruppenzelten auf Naturcampingplätzen. Die Hin- und Rückreise erfolgt per Kleinbus und Fähre. In Schweden werden Kanus und gegebenenfalls öffentliche Nahverkehrsmittel benutzt. Die Kosten betragen inklusive Hin- und Rückreise, Unterkunft sowie Verpflegung 375 Euro. Der Betrag beinhaltet alle Kosten mit Ausnahme des Taschengeldes. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen gut schwimmen können. Sie werden betreut von hauptberuflichen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von evangelischen Kirchengemeinden in Reinickendorf.

Hier finden Sie die Onlineanmeldung

Im folgenden gibt es Impressionen von den Jugend-Sommer-Reisen aus vergangenen Jahren:

"Maximal Geschirrspüler!“ von Ole Nymoen (17 Jahre)

So lautete die Antwort einer Teilnehmerin der Schwedenfahrt, als anfangs die Frage im Raum stand, wie groß denn zu Hause die Bereitschaft wäre, nach jeder Mahlzeit (wie bei dieser Fahrt) selbst abzuwaschen. Dass diese Einstellung sich während der Fahrt verändern würde, war klar, denn zusätzlich zu dem eigenständigen Abwasch gab es im Alltag des Zeltlagers viele weitere Veränderungen. Beispielsweise gab es keine Toiletten mit fließendem Wasser, genauso wenig wie warme Duschen oder Waschmaschinen. Dies hatte nicht nur zur Folge, dass Selbstständigkeit und Eigenverantwortung gefragt waren, sondern auch, dass sich der Blick auf die vielen kleinen Dinge, die unseren Alltag einfacher machen, veränderte. Was wenige Tage zuvor noch als selbstverständlich erachtet wurde, war auf einmal ein zum ersten Mal gewürdigter Luxus, der nun ersetzt werden musste. Eine Dusche wurde zu einem Bad im Fluss, Wäsche und Geschirr wurden von Hand gewaschen und um ein „Dach“ über dem Kopf zu haben, mussten erst Zelte aufgespannt werden.

Wie schön ein morgendliches Bad im kalten Wassers Schweden sein kann und wie schnell die Umgewöhnung stattfinden würde, war jedoch überraschend: bereits nach kurzer Zeit war der ungewohnte Lebensstil bereits zum Alltag geworden, und viele Gewohnheiten von zu Hause wurden – zumindest für diese zwei Wochen – erstaunlich problemlos hinter sich gelassen. Auch der Zwang, immer erreichbar zu sein, mehrfach täglich seine Nachrichten zu kontrollieren und zu beantworten, war weg, was wiederum einen weniger gezwungenen und dafür ruhigeren Alltag möglich machte. Auch elektronische Geräte wurden also kaum vermisst, und all diese Veränderungen während der Fahrt bewirkten ein Umdenken: dass unser luxuriöseres Leben sicherlich nicht selbstverständlich ist und dass ein nicht ganz so einfacher Lebensstil nicht gleich ein schlechterer sein muss, war vielleicht einer der prägendsten Eindrücke dieser Fahrt.


Fotos: Kai-Oliver Pöhle

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